Wir fahren mit mehreren größeren Segelyachten,
42 - 52 Fuss. Auf diesen Schiffen bringen wir eine ganze Schulklasse
unter.
Im Unterschied zu vielen Angeboten von Segelfahrten auf dem Ijsselmeer
fallen bei uns durch die Aufteilung auf mehrere (kleinere) Schiffe
wesentlich mehr seglerische Tätigkeiten für die Kinder und Jugendlichen
an, während bei vielen Angeboten auf dem Ijsselmeer die Schiffe mehr
oder weniger von der Stammcrew gefahren werden. D.h., die Schüler
fahren bei uns die Schiffe, es gibt bei uns den ganzen Tag etwas zu
tun: Segel setzen und bergen, Kurse bestimmen und korrigieren, Fahren
der unterschiedlichsten Segelmanöver. Ganz nebenbei werden (bei Interesse)
die Grundlagen des Segelns erlernt!
Dies hat natürlich seinen Preis: Das Fahren
mit 2-5 Schiffen ist natürlich teurer als mit einem einzelnen größeren
Schiff.
Der Komfort und die hygienischen Verhältnisse und das Raumangebot
auf einer Yacht sind sehr eingeschränkt, einfacher Campingplatz-Standard.
Platz ist sehr wenig vorhanden, es geht sehr beengt zu. Komfort
kann keiner geboten werden, dafür aber viele unvergessliche Erlebnisse!
Alle Mahlzeiten werden von der Crew an Bord der Schiffe selber
zubereitet.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen,
dass es sich bei den Klassenfahrten um eine Überzeugungs-Tat handelt,
nicht um ein Dienstleistungsunternehmen. Fahrten dieser Art können
wir nur deshalb in einem bezahlbaren Rahmen anbieten, weil ehemalige
Schüler und Teilnehmer solcher Törns inzwischen ehrenamtlich als Skipper
tätig sind und in ihrer Freizeit die Schiffe warten.
Die Anreise
erfolgt in der Regel mit einem Busunternehmen oder mit
dem PKW. Bei der Organisation sind wir gerne behilflich.
Die Anfahrt durch öffentliche Verkehrsmittel ist kompliziert und zeitaufwendig.
Die Schiffe liegen in Portoferraio, das Fahrgebiet ist rund um Elba,
Korsika, Sardinien, abhängig von Wetter und Vorhaben
Tagesablauf
Gegen Nachmittag Eintreffen auf dem Schiff,
Kojenaufteilung, erste Besprechung mit Planung der Verpflegung, Einkauf
der Lebensmittel, Sicherheitseinweisung und Erklärung der technischen
Einrichtungen an Bord, Übernachtung an Bord im Heimathafen.
Am nächsten Morgen Auslaufen. Der Tagesablauf richtet
sich je nach Wind- und Wetterverhältnissen und gestaltet sich durch
segeln, schwimmen oder diversen Verrichtungen auf dem Schiff.
Der Skipper bringt den Crewmitgliedern
wichtige Aspekte des Segelns bei, die sowohl Theorie als auch die
Praxis betreffen. Hierbei sind wichtige Lernfelder die Navigation,
die allen geübt wird, wie auch die Wetterkunde, mit welcher man sich
durch intensive Beobachtung der Wolken-, Luftdruck- und Temperaturverhältnisse
vertraut machen kann.
Gemeinsam üben und trainieren wir die wichtigsten Segelmanöver: Segel
setzen, bergen, Wende, Halse, Fahren der verschiedenen Kurse am Wind
Am Abend wird dann ein Ankerplatz in einer Bucht oder
ein Liegeplatz in einem Hafen angelaufen. Nach dem Abendessen, das
von der Crew an Bord gekocht wird, kann dann je nach Stimmung und
Möglichkeit gemeinsam gesungen, Spiele gemacht, Geschichten erzählt
oder auch ein Stadtgang gemacht werden.
In der Regel findet auch eine Versammlung statt, in der die wichtigsten
Erlebnisse des Tages gesammelt und reflektiert werden.
Bei Tagesbeginn bespricht der Skipper
mit der gesamten Crew den bevorstehende Streckeabschnitt, wobei Unvorhersehbares,
das durch die Wetterverhältnisse entstehen kann, immer mit einberechnet
werden muss. Ideen und Anregungen der Crew können in die Planung mit
einbezogen werden.
So werden etwa die Hälfte der Zeit dazu genutzt, die
Küste um Elba zu segeln und bei schönen Plätzen, die Möglichkeiten
zum Schwimmen, Tauchen, Schnorcheln, Klippenspringen und Expeditionen
mit dem Schlauchboot in Buchten und Höhlen bieten, auch mal längere
Zeit zu halten.
.
Wenn die Umstände es zulassen, und es auch dem Wunsch
der Crew entspricht, kann eine Nachtfahrt eingelegt werden. Diese
stellt dann meist ein ganz besonderes Erlebnis dar, denn hier lernt
man die völlig andere Stimmung bei Nacht und die anderen Orientierungsmöglichkeiten,
wie an Sternen und Leuchtfeuern beim Segeln kennen. Oftmals ist dies
ein Höhepunkt des gesamten Törns!
Durch die Ruhe, die beim Segeln entsteht,
bekommen die Jugendlichen mehr Zeit, sich ganz auf die Natur und ihre
Beobachtung einzulassen -oft sind auch Besonderheiten wie Delfine,
oder große Wasserschildkröten zu sehen.
Allein durch die Umstände und die neuen Verhältnisse,
die für die Crewmitglieder auf einem solchen Segeltörn entstehen,
entwickeln sich ganz andere Lernfelder und Lernmöglichkeiten. Denn
dadurch, dass die Crewmitglieder gezwungen sind, sich auf die realen
Umstände und Gegebenheiten wie Wetter, Wind, und Wellengang einzulassen
und dementsprechend zu handeln, entsteht eine durchaus authentische
Begegnung mit der Welt.
Unterwegs bleibt ausreichend Zeit für
Aktivitäten der unterschiedlichsten Art, die nicht unbedingt etwas
mit Segeln zu tun haben müssen.
Auch die Gruppendynamik wird gestärkt indem die gesamte
Crew durch die Arbeiten am Schiff und die Handhabung der Segel für
das Schiff verantwortlich wird und z.B. beim Segelsetzen alle zusammen
helfen müssen. Durch den relativ engen Lebensraum können auch viel
engere und tiefere Begegnungen zwischen den einzelnen Crewmitgliedern
entstehen.
Durch die Autorität des Skippers wird aber auch Disziplin geübt, denn
die Dinge, die der Skipper anweist, sind von größter Wichtigkeit und
ihnen kann nicht widersprochen werden, auf Lust oder Unlust des Einzelnen
kann hier in der Regel keine Rücksicht genommen werden.
Es wird angestrebt, den Heimathafen
am Abend vor dem Abfahrtstag anzulaufen, so dass am nächsten Tag nach
dem Putzen und Aufräumen des Schiffes, nach Hause gefahren werden
kann.